Professor Longevitissy Sehen statt schätzen

Der Unterschied

Laborwerte beschreiben ein Risiko.
Bildgebung zeigt eine Tatsache.

Fast jeder im Longevity-Markt kann Blutwerte bestellen und interpretieren. Sehr wenige können Gefäßwände beurteilen. Das ist der Unterschied zwischen einer Wahrscheinlichkeit und einem Befund.

6 Minuten Lesezeit Zuletzt geprüft: September 2026 Mit Quellenangaben
Belegt

Kalzium-Score (CAC)

Schnelle, strahlungsarme CT-Messung verkalkter Plaque. Sie ordnet das Risiko bei mittlerem Ausgangsrisiko besser neu ein als jeder einzelne Laborwert. Ein Score von null ist ein starkes Entwarnungssignal – mit bekannten Grenzen bei jüngeren Menschen und weicher Plaque.

Belegt

Koronar-CT (CCTA)

Zeigt zusätzlich nicht verkalkte Plaque, Stenosegrad und Plaquezusammensetzung. In mehreren Ländern längst Erstlinien-Diagnostik bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit.

Vielversprechend

Perikoronares Fettgewebe

Die Fettdichte um die Herzkranzgefäße verändert sich bei Gefäßentzündung. Daraus abgeleitete Indizes sagen kardiale Sterblichkeit unabhängig von klassischen Risikofaktoren vorher. Endpunktdaten aus Interventionsstudien fehlen noch – hier liegt mein eigener Forschungsschwerpunkt.

CRISP-CT (Lancet 2018) und ORFAN-Kohorte (Lancet 2024) zum perivaskulären Fettattenuierungsindex; MESA-Kohorte zum CAC-Score; SCOT-HEART und PROMISE zur CCTA. Leitlinienempfehlungen vor Anwendung im Einzelfall verifizieren.

Warum die Detektorgeneration zählt

Moderne CT-Technik – Dual-Source-Systeme und photonenzählende Detektoren – liefert höhere Ortsauflösung, spektrale Information und geringere Dosis. Für die Plaquebeurteilung heißt das: feinere Charakterisierung, weniger Blooming-Artefakte durch Verkalkungen, belastbarere Aussagen zur Gewebezusammensetzung.

Das ist keine Aussage über Behandlungserfolge, sondern über Methodik. Der Unterschied ist wichtig – fachlich wie werberechtlich.

Angaben zu Dosis und Auflüsung sind Hersteller- und Geräteangaben und hängen von Protokoll, Fragestellung und Patientin oder Patient ab.

Warum ich Ihnen kein Ganzkörper-MRT verkaufe

Bildgebung ist kein Selbstläufer. Ganzkörper-Screenings ohne Indikation erzeugen Zufallsbefunde, Folgediagnostik, Übertherapie und Angst. Es gibt keine belastbaren Daten, dass sie die Sterblichkeit senken.

Deshalb steht am Anfang die Frage, nicht das Gerät: Was ändert dieser Befund an Ihrer Behandlung? Wenn die Antwort „nichts“ lautet, ist die Untersuchung falsch – egal, wie gut sie aussieht. Nicht mehr messen, sondern das Richtige.

Evidenz-Einstufung auf dieser Seite

Belegt – harte Endpunkte Vielversprechend – Mechanismus plausibel Offen – frühe Humandaten Marketing – Nachfrage > Datenlage

Quellen & Stand

Diese Seite nennt zu jeder Kennzahl eine Herkunft. Studien-, Zulassungs- und Leitlinienstände ändern sich – maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung.

Bildgebende Verfahren

  • MESA-Kohorte zum koronaren Kalzium-Score (CAC)
  • SCOT-HEART und PROMISE zur koronaren CT-Angiographie (CCTA)
  • CRISP-CT (Lancet 2018) und ORFAN-Kohorte (Lancet 2024) zum perivaskulären Fettattenuierungsindex

Einordnung & Grenzen

  • Zur fehlenden Mortalitätsevidenz von Ganzkörper-Screenings ohne Indikation: Positionen radiologischer Fachgesellschaften
  • Angaben zu Dosis und Auflösung moderner CT-Systeme sind Hersteller- und Geräteangaben

Stand: September 2026 Verantwortlich: Prof. Dr. med. Isabelle Ayx Diese Seite dient der Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.